24 März 2011

Paradiesspezial: Das San Blas Archipel

Morgens um acht in Panama: Pollo frito!Unser Boot: Der Darien GapsterImmigration auf El Porvenir
FassungslosOhne WortePiratenbräute
Paradies? Für den einen ist es die Verheißung aus der Bibel, für den anderen hat es etwas mit tausend Jungfrauen zu tun. Wie unser Paradies aussieht, wissen wir gar nicht genau, da wir uns noch nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht haben. Vielleicht sind wir gerade auf der Suche danach, wer weiß. Da gibt es aber auch noch das Paradies aus der Werbung: Türkises Wasser, weiße Sandstrände, grüne Palmen und tiefblauer Himmel. Vielleicht noch ein paar Bambushütten, Kokosnüsse und Riesenmuscheln... genau das haben wir nun zufällig gefunden.
Unsere Begleiter: DelfineAbends um acht im Kuna Yala: BalboaWarten aufs stille Örtchen
Männerhandwerk: BooteFrauenhandwerk: MolasKunakinder
Für viele Reisende ist das San Blas Archipel (oder Kuna Yala) Grund genug den weiten Weg nach Panama anzutreten. Wir sind das erste Mal über den Namen gestolpert, auf der Suche nach Alternativen zum Flugzeug, um von Panama nach Kolumbien zu kommen. Die Panamericana endet nach wie vor irgendwo in den Tiefen des Darien Dschungels. Es existiert also eine Route zur See, bei der man die Karibik mit Segelbooten durchschifft und die Inselgruppe von 370 Koralleninseln streift, ehe die zweitägige Überquerung der offenen Karibik beginnt, nach der man hoffentlich in Cartagena, Kolumbien ankommt. Da wir uns aber im Moment in der unbeständigeren Jahreszeit befinden und wir einige Schauermärchen von Mast- und Schiffbruch gehört hatten, waren wir froh mit dem DarienGapster eine Alternative zu finden. Mit einem von zweimal zweihundert PS starken Außenbordern getriebenen Boot geht es drei Tage durch das gesamte Archipel, um dann in Sapzurro, dem nördlichsten Ort Kolumbiens an der Karibik, anzulegen. Der große Vorteil dabei ist, dass die Teilstrecken nie länger als drei Stunden sind, man sich ständig in Sichtweite der Küste befindet, die meiste Zeit auf den Inseln verbringt und statt in schaukeligen Kojen in Zelten auf den Inseln schläft.
KunanachwuchsTraditionelle KleidungKunafrau
Eine InselKaribik in StereoEher heiter als wolkig!
Nachdem wir aufgrund der Wettervorhersage noch drei Extra-Tage in Panama auf der Isla Grande verbracht haben, sollte es losgehen. Zunächst mussten wir jedoch nach Miramar. Wie mittlerweile fast üblich, wenn wir uns Richtung Grenzen bewegen, wurde mal wieder gestreikt und wir saßen erstmal ein paar Extra Stunden an einer Straßenkreuzung herum. In weiser Vorausahnung hatten wir uns zumindest am Vorabend bei Karibik-Mama noch Pollo Frito einpacken lassen, mit dem wir uns bei Laune halten konnten.
Schließlich doch in Miramar angekommen fand sich neben uns eine bunte Truppe aus insgesamt 16 Reisenden zusammen. Dann war da noch unser französich-kanadischer Kapitän Marco, den wir bereits aus Portobello kannten und der neuseeländische Copilot Adam. Trotz besseren Wetters hatten wir schon auf dem ersten Abschnitt der Reise mit umfangreichen Wellen zu kämpfen. Wer nicht an Seekrankheit litt, dem wurde von den Abgasen die ins Boot schlugen schlecht. Glücklicherweise konnten wir dem dauerhaft Abhilfe schaffen, indem wir den umlaufenden Spritzschutz offen ließen. Als Entschädigung ließ uns schon unser erster Stopp auf El Porvenir, wo wir lediglich unsere Pässe stempeln wollten, mit offenen Mündern staunen: Eine perfekte kleine Koralleninsel, die man zu Fuß in einer halben Stunde umrundet, Sand, Sonne, Palmen und dazu gleich noch Delfine.
Noch eine InselUnd noch eine!PPP - Picknickpause im Paradies
MuschelduscheInselhoppingDas wird Coco Loco (Kokosnuss mit Rum)Amigos für immer
Neben den vielen unbewohnten Inseln des Kuna Yalas sind die wenigsten von einer indigenen Ethnie Panamas bewohnt. In der Dule-Revolution von 1925 erkannten die Kunas die Hoheit Panamas an und erhielten im Gegenzug das Verwaltungsrecht für die San Blas Inseln und die Küstenbereiche der Darienprovinz. Durch ihre einzigartige Selbstverwaltung und Autonomie konnten sie ihre Kultur weitgehend erhalten. Die erste Übernachtung auf einer der bewohnten Inseln bot uns dann gleich Gelegenheit diese kennen zu lernen. Zwischen den vielen Holzhütten knüpfen und weben kleine gebräunte Frauen mit kurzen schwarzen Haaren, Nasenringen, bunter Kleidung und Kopftüchern, die sie wie Piratenbräute aussehen lassen. Die Männer wagen sich mit kleinen Kanus oder einfachsten Seglern zum Fischen aufs Meer und die Kinder mit ihren zerzausten Haaren rennen uns nackt hinterher. Trotz aller Unabhängigkeit hielten aber auch hier die ersten Konsumgüter Einzug und neben Fernsehantennen auf den Hütten sieht man auch eine Menge Plastikmüll, der wie die natürlichen Abfälle in das türkisblaue Wasser geworfen wird und im Wasser schwimmt. Gegessen haben wir abends bei einer Kuna-Familie und geschlafen im Freien unter einem großartigen Sternenhimmel am Strand.
HauptstrasseHüttenTranquillo
Mehr KinderFischerbootParadiesische Pasta
Am nächsten Morgen war das Meer glücklicherweise etwas ruhiger und nach einem Tag Schwimmen, Schnorcheln, Muscheln suchen und Sonnen auf verschiedenen Inseln verbrachten wir die zweite Nacht auf der unbewohnten Isla Iguana mit Lagerfeuer, dem Kochen von Spaghettis auf demselbigen und Gitarre spielen. Am letzten Tag verlangte uns das sehr raue Meer noch mal einiges ab. Zudem fiel 1 Stunde vor Ankunft in Kolumbien einer der beiden Motoren aus. Mit halber Kraft überquerten wir schließlich die Grenze zu Kolumbien und konnten wohl behalten in Sapzurro anlegen. Paradies hin oder her, für uns war diese einzigartige Überfahrt die perfekte Möglichkeit ohne Flugzeug von Mittel- nach Südamerika zu gelangen und dabei gleichzeitig eine weitgehend unberührte Natur und Kultur kennenzulernen.
P.S.: Wer möchte, kann die Fotos nach unserer Reise für seine Fototapete in hoher Auflösung bekommen. ;-)
Tschüss Panama und San Blas!

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Kommentare

Inge schrieb:

Gute Frage : Was ist mein Paradies?
Oft habe ich mich schon mit "Paradies" beschäftigt und wüsste viele Antworten - aber für mich selbst ? Werde die Anregung aufnehmen.
Die Farben und das Wasser - berauschend,
und dann auch noch meine blau-grünen Lieblingsfarben... Als Ort, wo man auch zur Ruhe kommen kann und nur Wasser zu hören und zu sehen ist - das käme wohl auch meinem Paradies nahe.

28 März 2011 um 06:28
Christian Graumünz schrieb:

ach ihr beiden...ihr habt noch immer meinen neid :-) yasmin und ich waren jetzt auch mal wieder 4tage unterwegs;-) in antalya...für mich war das auch schon ein kleines paradies:-) aber ich glaube ihr kommt dort der vorstellung eines paradieses sehr sehr viel näher;-)

ich und wir wünschen euch noch weiterhin viel viel spaß...und ich verfolge eure weltreise noch immer mit großer spannung :-)))

gruß aus frankfurt von yasmin und christian die mexico begleiter :-)))

31 März 2011 um 12:02

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