25 September 2010

Thailand: Koh Phayam, Phuket, Phang Nga, Koh Phi Phi und ein Tag Myanmar

No Have!
Embargo aufgehoben
Koh Phayam, nicht Vietnam
Die Könige vom Strand
Gemäß dem Motto „We don't know anything about skype – sorry very big“ konnten wir Euch auch die beiden folgenden Wochen nicht auf dem Laufenden halten und zwar weil nur wenige Stunden nach der Abreise unserer Eltern der nächste Besuch ins Haus stand. Während wir also noch einmal ins Bett gegangen sind, haben Steffi und Heiko im Nachbarzimmer eingecheckt. Das Wiedersehen verlief schon ab mittags feucht fröhlich, bis man den Alkoholausschank an der Bar gegen 18 Uhr einstellte und uns erklärte, dass am morgigen Sonntag Kommunalwahlen wären und die Prohibition erst am Montag enden würde. Nur gut, dass sich in Thailand nicht alle daran halten und man irgendwo an einer Ecke doch noch versteckt Bier kaufen konnte. So saßen wir abends ziemlich unromantisch im offenen Laubengang vor unseren Zimmern und haben hier unser Wiedersehen gefeiert. Dazu wurde ein riesiges Stück Gouda, das die beiden uns mitgebracht hatten, von Kai und mir heißhungrig verschlungen. Aufgrund des Alkoholembargos war es naheliegend, Bangkok schon am nächsten Tag zu verlassen. Als wenn es kein Morgen gäbe, kauften wir alles was am Bahnhof gebrutzelt wurde und bepackt mit Reis- und Nudelgerichten, ein paar leckeren Snacks und kühlen Getränken stiegen wir in den Zug Richtung Süden nach Chumpon. Noch ehe wir die Stadtgrenze erreicht hatten, wurden schon die ersten Bierdosen durch die Fenster zum Verkauf angepriesen. Nach einer Nacht in Chumpon ging es früh morgens gleich weiter nach Ranong an die Westküste. Ranong hat relativ wenig zu bieten außer den weltbesten Banana Pancake und einen Fährhafen, von dem aus man nach Myanmar oder wie wir auf die vorgelagerte Insel Koh Phayam übersetzen kann. Auf der Überfahrt haben wir das zweite riesige Goudastück vertilgt und es sogar mit einem Deutschen, der seit vier Jahren in Thailand lebt und vor Freude fast über die Reling gesprungen ist, geteilt. Die nächsten Tage verbrachten wir auf dieser traumhaften Insel, die noch erstaunlich wenig entwickelt ist. Es gibt keine Straßen und damit auch keine Autos. An den wenigen Wegkreuzungen stehen vereinzelt Holz- oder auch Steinhäuschen. Einzig an zwei großen weißen Stränden gibt es ein paar Bambus- oder Steinbungalows und ein bis zwei Bars. In Anbetracht der Länge des Strandes ziemlich außergewöhnlich und dazu hat in der Nebensaison zudem fast alles geschlossen. So waren wir ziemlich allein auf der Insel, sind morgens, mittags und abends in die Wellen gesprungen oder sind gegen Hunde und Schlangen mit Stöcken bewaffnet auf eine ganztägige Dschungelerkundungstour gegangen. Abends traf sich dann der ein oder andere Inselbewohner an der einzigen Kreuzung mit Kühlbox „The Junction“, wo wir genötigt wurden, neben Chang und Singha Bier auch noch einen verdächtigen Thaiwhiskey zu probieren.
Longtail nach Myanmar
Kawthoung von oben
Pagode in Kawthoung
Burmesische Kinder
Blumenfrau
Waterfront Kawthoung
Da unser thailändisches Visum nur 15 Tage gültig war, sprangen wir kaum auf dem Festland angekommen in das nächste Longtailboot Richtung Kawthoung in Myanmar. Hier kann ein Regenschirm ein sehr sinnvoller Begleiter sein. Während des Wartens auf mehr Gäste prasselt die Sonne auf einen hernieder und während der Überfahrt auf dem offenen Meer spritzen die Wellen einem in das Gesicht. Als wir unsere Schwimmwesten gleich zu Beginn der Überfahrt anlegen sollten, wurde uns schon ganz mulmig zumute. Es scheint jedoch eine Vorschrift bei Einreise in Myanmar zu sein, und hat nichts mit den tatsächlichen Bootsunglücken zu tun. Nach erfolgreicher Ankunft in Kawthoung erhielten wir schließlich ein 15 Tage Visum für das verbotene Land (man darf sich jedoch nur im Umkreis von 5km bewegen), unsere Pässe wurden einbehalten, ein Ersatzpass ausgestellt und wir wurden zwanzig mal darauf hingewiesen, dass wir nicht nach 21 Uhr auf die Straße dürfen. Im Reiseführer steht, dass es alle zwei Monate mal einen Touristen in Kawthoung gibt. Wir hatten das Gefühl, dass hier schon ewig kein einziger mehr Fuß gefasst hat, denn wir waren eine Attraktion. Nur einen kleinen Fuß aus Thailand herausgetreten, umgab uns wieder Neues und Spannendes, Schmutz und Dreck, unasphaltierte Straßen, Männer mit bunten Sarongs und Beetelnüssen im Mund, Frauen mit weiß-gelblich angemalten Gesichtern, Gemeinschaftsbäder an der Straße, wo man mit Eimern das Wasser aus dem Brunnen holt und sich oder die Kleidung damit wäscht und jeder ein 'Hello' auf den Lippen hat. Mit einem Lächeln im Gesicht und der Gewissheit, irgendwann mehr von Myanmar sehen zu wollen (zumindest ich für meinen Part, da Kai schon einmal das Vergnügen hatte), erlebten wir am nächsten Tag eine abenteuerliche und stürmisch nasse Überfahrt im Longtail zurück nach Thailand.
Phuket Downtown
Und an den Drums: Der Heiko
Vollgas
Die Bucht von Phang Nga
Fischerdorf in der Phang Nga Bucht
James Bond Felsen
Aufgrund der wenigen Touristen in der Nebensaison, der mäßigen Wettervorhersage für die Strände und der Empfehlung unseres Guidebooks beschlossen wir, uns Phuket näher anzusehen. Und es sollte die Überraschung dieser zwei Wochen werden. Die Insel ist zwar ziemlich überentwickelt, doch Phuket Town ist eine alte portugiesische Hafenstadt mit netten Kolonialhäusern, Ateliers, Cafés und Jazzbars. Einquartiert haben wir uns natürlich in einem solchen alten, netten Häuschen und von der Terrasse das Straßenleben beobachtet. Hier bestätigte sich auch mal wieder, dass Nachfragen vorm Bestellen Sinn machen. Wer hätte aber auch bei Spicy Salad Thai Style vermuten können, dass es sich um „Pork Inside“ handelt? Eine Mopedfahrt über die Insel und unter anderem zum berühmten Patong Beach hat uns aber gezeigt, dass man hier zur Hochsaison nicht sein will. Ein Knöllchen für Heiko an besagtem Strand, da er ohne Führerschein unterwegs war, tat dann noch sein Übriges und wir traten die Flucht an, die bei Heiko an diesem Abend hinter den Drums in einer Bar endete. Nachdem sich Heiko und Steffi nicht mehr getraut haben, mit dem Moped zu fahren, mussten wir auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Mit Bus und Boot sollte es am nächsten Tag in die Phang-Nga Bucht gehen. Hier reihen sich hunderte steil aus dem türkisfarbenen Wasser ragende Karststeinfelsen aneinander. Der berühmteste unter ihnen besitzt längst keinen thailändischen Namen mehr sondern wird nur noch der James-Bond-Felsen genannt. In „Der Mann mit dem Goldenen Colt“ sah er ehrlich gesagt jedoch ein wenig beeindruckender aus.
Bond und Girl
Cruisen
Unterwasserwelt trifft Grill
Koh Phi Phi
Neidisch?
Die Taucherherzen unserer Freunde riefen schon die ganze Zeit das Wort Koh PhiPhi und so ließen wir uns einen lustigen rosa-Sticker aufs T-Shirt kleben und mit zahlreichen anderen Paradiessuchenden übers Meer schippern. Koh PhiPhi gehört zu den Top10 der weltweiten Tauchparadiese und ist vor allem durch den Film „The Beach“ bekannt geworden. Wenn man sich wie wir aber weder für Tauchen, noch für Eimertrinken interessiert, ist es wie in allen touristischen HotSpots auch hier möglich mit wenigen Schritten abseits der ausgetretenen Pfade in die Einsamkeit zu fliehen. Nachdem wir uns durch dichten Dschungel, wilde Tiere und felsige Küsten gekämpft haben, gaben wir uns schließlich doch noch der farbenprächtigen Unterwasserwelt bei einer Schnorcheltour per Longtail hin. Die geplante Abschiedsfeier mit Melonenbowle wurde leider vom braunen Blitz verhindert. Noch nicht ganz wieder gesund trennten sich schließlich unsere Wege. Während Heiko und Steffi nach Bangkok zurückfuhren sind wir mittlerweile auf dem Weg nach Malaysia und freuen uns auf neue Abenteuer zu zweit.

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Kommentare

Bianca+Thomas schrieb:

Ja, so ein Stück Gouda ist schon was feines.... oder ein Stück Ziegenkäse mit Feigensenf, ganz zu schweigen von einer Scheibe kräftigem Gruyère auf einem frischen Butterbrot....

Ihr müsst verzeihen, daß ich mich bei solchen Bildern mit anderen Dingen trösten muss...
Viele Grüße
Bianca+Thomas

26 September 2010 um 03:25
KAIundNADJA schrieb:

Hmmmmmm: PadThai, ChickenCurry, BBQ-Fisch, Shrimps, Tintenfisch, Lobster...Schweinebraten mit Sauerkraut gab es auch schon;-)

27 September 2010 um 03:20
Anne schrieb:

und warum habt ihr uns nicht dahin mitgenommen????????????????

28 September 2010 um 01:35
Luzie N-tschotschi schrieb:

...Heiko hinter den Drums? Ich finde es fehlt das Bonbon-Kostüm ;-)

30 September 2010 um 02:01
Inge schrieb:

Neidisch?- nein, aber der Sehnsuchtskeim "Asien" wird doch deutlich genährt!!! Mit Anne und Jürgen am kommenden Wochenende werden wir diesen Keim ja auch nochmal tüchtig begie0en!
Habe gerade erneut "Fliegen ohne Flügel"gelesen um mich auch auf den nächsten Reisebericht vorzubereiten.
Ich bin gespannt.

05 Oktober 2010 um 09:11
heiko und steffi schrieb:

Wieder angekommen und nach 4-wöchiger Alltagsscheiße, bekomme ich schon wieder Fernweh, wenn ich die Bilder sehe.
Die Zeit ging wie immer leider viel zu schnell vorbei.
Melonenbowle holen wir nach und Brauner Blitz: Sorry very big. No have (no more).
Alles Gude Ihr zwei - bis damnnext.

15 Oktober 2010 um 05:23

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