20 Juli 2010

China: Kashgar, Karakorum-Highway, Turpan, Dunhuang, Lanzhou, Xiahe, Langmusi, Songpan

Unsere Flucht von Kirgisien nach Kasachstan ist fehlgeschlagen! Nachdem wir vorhatten, Kirgisien über das Karkara-Tal oestlich von Karakol zu verlassen, hatten wir uns ein Taxi organisiert, da es keinen öffentlichen Transport gibt in diesem hintersten Winkel des Landes. Weiterhin konnten wir noch zwei Franzosen davon überzeugen, dass es zu gefährlich im Lande werden würde, da das Referendum über die Verfassung anstehe und jeder mit Ausschreitungen rechnet, so dass wir uns ein Fahrzeug und somit die Kosten teilten. Nach gut zwei Stunden Fahrt über Schotterpiste durch das wunderbar grüne und wilde Tal standen wir schließlich vor dem kirgisischen Schlagbaum, der uns auch flugs geöffnet wurde. Leider machten uns jedoch die Kasachen hier einen dicken Strich durch die Rechnung, indem sie den ihrigen trotz unserer Mühen in Russisch, mit Händen und Füssen oder mit Bestechung durch Wodka geschlossen ließen. Das war eine ganz schön ärgerliche Angelegenheit, da uns jedermann, einschließlich der Kirgisichen Tourismusbehörde versichert hatte, dass die Grenze offen sei. Komischerweise meinten die Kasachen, der Übergang sei schon seit Wochen zu. Zur Bestärkung konnten wir die Soldaten beobachten, die gerade dabei waren, einen mehrere Meter hohen Zaun aus Stacheldraht in der bisher unversehrten wunderschönen Steppe zu errichten. Tatsächlich sah es hier aus, als bereite man sich auf einen Krieg vor.
Buntes China
Kashgar Old City
Kashgar Old City Abbruch
Kashgar aus Alt mach Neu
Kashgar New City
Kashgar Easy Riders
Schaschlik
Die Nadja und der Laghman
Kashgar Viehmarkt
Kashgar Eselstreiben
Wohl oder Übel stand also mal wieder eine Planänderung an, die da hieß, zurück nach Karakol, dann nach Bishkek und von dort aus nach Almaty in Kasachstan und die 600km auf der anderen Seite der Grenze zurück. Insgesamt ca. 1500km Umweg, aber uns blieb nichts anderes übrig. Wir preschen mit dem Taxi zurück an Say-Tash vorbei, dem Steinhaufen mit dem Timur angeblich seine Verluste gemessen hat. Jeder Soldat, der in den Krieg auszog, legte einen großen Stein auf den Haufen und wenn er wieder zurückkehrte, nahm er einen solchen weg. Jeder Felsbrocken der nun noch dort liegt ,steht also für einen verlorenen Krieger. Der nette Taxifahrer versuchte unser Unglück mit leckerem frischem Kumis (gegorene Pferdestutenmilch) vom Nomaden-Bauwagen am Straßenrand zu lindern und brachte uns unversehrt zum Ausgangsort zurück. Hier ließen wir die Franzosen zurück und sprangen in die erste Marschrutka nach Bishkek, wo wir sechs Stunden später am Abend vor dem Referendum ankamen. Ein paar alte Bekannte, die Schweizer Radler, bereiteten sich hier gerade auf die Überquerung des Torugart-Passes nach China vor, die einzige Möglichkeit direkt zu queren, ohne nach Osh zurückzukehren. Da dieser Pass offiziell nicht für Ausländer gedacht ist, sind besondere Maßnahmen, sprich ein gemietetes Auto inklusive Fahrer bis zur Grenze und ein angeheuertes Fahrzeug inklusive Fahrer auf der chinesischen Seite, welches einen abholt, erforderlich. Das macht eine Überquerung relativ teuer, weshalb wir nach Kasachstan ausweichen wollten. Da die drei Radler den Transport mit Fahrrädern in einem Minibus schon organisiert hatten und noch Platz im Bus war, boten sie uns an für einen Freundschaftspreis aufzuspringen. Dazu konnten wir uns dann spontan entschließen, zumal dies zwei Tage zusätzlich in Bishkek bedeutete, und wir somit dem Triumph über England beiwohnen konnten. Der Tag des Referendums verlief zumindest in Bishkek ruhig und am nächsten Tag brachen wir gen China auf. Nach mehreren Stunden Schaukelei über Offroad-Pisten bei einer 80er Kassette mit 'Life is live' auf Dauerrepeat erreichten wir den 3800m hohen Grenzübergang. Nach zwei Stunden Wartezeit bei Schneetreiben (!) konnten wir in den Bus auf der chinesischen Seite umsteigen. Nun trennten uns nur noch drei Kontrollen vom gelobten Kashgar. Die erste war recht sporadisch, wobei ich schon mal unseren China-LonelyPlanet beim Öffnen des Rucksacks unauffällig fallen gelassen habe. Wir hatten schon gehört, das diese gerne beschlagnahmt werden, da Taiwan als unabhängiges Land mit eigener Hauptstadt auf den Karten dargestellt ist. Im besten Fall werden nur die Karten herausgerissen. Bei der nächsten ernsten Kontrolle war unser uighurischer Busbegleiter so nett, ihn in seinen Rucksack zu stecken. Wir haben schnell noch die Pfeffersprays der Mädels dazu gesteckt. Den Witz "only nuclear bomb" mussten wir allerdings schnell aufklären. So hat es zumindest mit dem Grenzübergang gut geklappt und wir betraten tatsächlich chinesischen Boden. Die ersten roten Fahnen mit chinesischen Schriftzeichen, die ersten verwegenen Gestalten auf Motorrädern und die ersten gelb behelmten Bauarbeiter. Zwei Stunden später trafen wir geschafft und zufrieden in Kashgar ein und bezogen knüppelharte Holzliegen im Kashgar Old City Youth Hostel.
Kashgar liegt in Xinjiang, welches die östlichste Provinz Chinas und damit tatsächlich mehr Zentralasien als China ist. Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus Uighuren, dann gibt es noch eine Menge Kirgisen und Tadjiken. Allesamt sind Moslems und den Han-Chinesen zahlenmäßig weit überlegen. Entsprechend wird hier mehr Uighur, dass ähnlich dem Kirgisisch mit dem Türkisch verwandt ist, als Chinesisch gesprochen. So endeten meine ersten Versuche mein sehr bescheidenes Chinesischwissen anzubringen,auch meist im Unverständnis, da man eben kein Chinesisch spricht. Auch das Essen besteht weiterhin aus Laghman (Suppe mit handgezogenen Nudeln) oder Suoman (Same same, nur gebraten). Kashgar ist ein alter, wichtiger Knotenpunkt der Seidenstraße. Es hat(te) eine wunderbar kleinteilige Altstadt mit verschachtelten Lehmziegelbauten, wo das Handwerk noch lautstark auf der Straße betrieben wird. Viele alte bärtige Männer, Obststände und Straßenküchen machen es zu einem bunten und spannenden Erlebnis. Leider scheint "seek and destroy" das Rezept der Chinesen dagegen zu sein. An allen Ecken und Enden fahren Bulldozer und Bautrupps quer durch die alten Häuser und reißen alles nieder. An gleicher Stelle werden Wohnmaschinen errichtet und wenn es gut läuft, kommt die neu geplante, künstliche Altstadt zur Ausführung. Wir standen teilweise nur noch sprachlos und kopfschüttelnd vor riesigen abgerissenen Flächen. Es bleibt zu befürchten, dass in ein paar Jahren von dem alten Kashgar nichts mehr übrig sein wird. Absurder Weise wird für einen Teil der noch stehenden Altstadt Eintritt verlangt. Ob man diese Devisenquelle auch bald dem Erdboden gleichmachen wird?
Yak im Schnee
Yak vor Karakulsee
Unsere Jurte
Gemauerte Jurten
Kamele vor Schneebergen
Selbstbildnis vor 7000er
Wir blieben ein paar Tage zur Regeneration in Kashgar und um Recherchen bzgl. Tibet zu betreiben. Nachdem wir uns durch unzählige Schafe, Esel, Rinder und Pferde, sowie deren Körperteile und Innereien auf dem sonntäglichen Viehmarkt gekämpft hatten, haben wir uns am Montag in den Bus gesetzt und sind den Karakorum Highway hinauf. Der Karakorum Highway wurde von China und Pakistan innerhalb von circa 20 Jahren erbaut und im Jahre 1978 fertiggestellt. Der Highway ist die wohl höchstgelegene Fernstraße der Welt. Der höchste Punkt der Strecke liegt auf 4733m direkt an der Grenze zwischen Pakistan und China. Nach einer beeindruckenden Fahrt durch steile Schluchten und vergletscherte Berge haben wir haben zwei Tage am Karakul-See auf 3600m Höhe in einer Jurte verbracht. Der See wird an beiden Seiten von je einem 7000er flankiert und von unzähligen Yaks, Pferden und Kamelen umringt.
Nach der Rückkehr nach Kashgar haben wir uns schweren Herzens gegen die Reise nach Tibet entschieden. Individualreisen sind seit den Unruhen 2008 ausgeschlossen. Man darf sich nur mit einem Guide bewegen und muss für alles eine Tour buchen bzw. gleich das Gesamtpaket als Tour buchen. Selbst unsere angedachte Weiterreise nach Nepal muss bis zur Grenze hin organisiert sein. Nach mehr als drei Monaten Durchkämpfen konnten wir uns eine Gruppenbusreise so gar nicht vorstellen. Die relativ hohen Kosten und die Vorstellung, den Chinesen dabei zu helfen, Geld mit dem zu verdienen, was sie bei der Zerstörung einer Kultur übrig gelassen haben, machte uns die Entscheidung leichter. Eure Spenden werden übrigens trotzdem ankommen, wir sind gerade dabei, Kontakt mit der Organisation in Ganzi/Tibet aufzunehmen.
Nach einem weiteren Planungstag in Kashgar stand die alternative Route Richtung Osten bzw. dann nach Süden über die Provinzen Gansu, sowie Sichuan und Yunnan bis nach Laos fest.
Reisegefährtinnen
Flaming Mountains bei Turpan
Mogao Caves bei Dunhuang
China bedeutet vor allem große Distanzen. So haben wir zwischen unseren folgenden Zielen Turpan, Dunhuang und Lanzhou immer Zugreisen von 18 bis 24 Stunden zurückgelegt. Grundsätzlich ist das kein Problem, so lange man Tickets für einen Sleeper bekommt. Je nachdem, wie viel Geld man investiert, residiert man zu viert oder sechst in einem Abteil mit zweimal zwei oder drei Pritschen übereinander. Da diese Fahrten nicht unbedingt billig sind, wird man hier eher auf die betuchteren und somit gebildeteren Chinesen treffen, während die nicht so bemittelten in den harten Sitzen fahren. Entsprechend angenehm verlaufen die Reisen in den Sleepern, bei denen man auch gerne mit Essen beschenkt wird. Nichts desto trotz kann es passieren, dass mitten in der Nacht zwei Chinesen in die oberen beiden Betten klettern und nicht besseres zu tun haben, als sich erstmal eine Stunde lautstark zu unterhalten. Da Ohrstöpsel aber ohnehin zu unseren wichtigsten Accessoires gehören, kommen zumindest wir damit ganz gut klar. Anders verhält es sich auf den billigen Sitzplätzen. Da die Sleeper von Turpan nach Dunhuang ausgebucht waren, mussten wir eine Zugfahrt in den harten Schalen verbringen. Schlafen ist hier kaum möglich, da die ganze Nacht lautstark diskutiert und gestritten wird. Die Luft ist erfüllt von umherfliegenden Sonnenblumenkernschalen und der ein oder andere Mitreisende entdeckt immer wieder neue Klingeltöne an seinem Handy. Hier wie überall auf der Straße wird auch einer recht penetranten Angewohnheit nachgegangen: dem Spucken. Die Herausforderung besteht darin, die Rotze von möglichst weit unten im Körper hochzuholen. Die Geräuschabfolge entspricht dabei in etwa einer Fehlzündung eines Mopeds, gefolgt vom Leiern eines nicht anspringenden Auto bis zum gewaltsamen Ausquetschen einer leeren Ketchupflasche. Dann wird das, was auch immer dabei herumgekommen ist, lautstark in eine Ecke oder bestenfalls in einen Mülleimer gespuckt. In solchen Momenten fällt es schwer, an die große chinesische Kultur zu glauben. Aber immer daran denken: Andere Länder, andere Sitten;-) Im Übrigen gibt es in China mittlerweile eine Kampagne gegen diese Angewohnheit und tatsächlich kann ich bestätigen, dass es vor zehn Jahren wesentlich schlimmer war.
Zu Turpan bleibt zu sagen, dass es mit 154m unter dem Meeresspiegel die zweit tiefste Senke überhaupt ist. Wir haben uns dort einen Tag von einem Taxi herumgondeln lassen, welches wir mit zwei Deutschen teilten. An Fortbewegung aus eigener Kraft war bei ca. 45 Grad und stehender Luft nicht zu denken. Vor Ort haben wir mit Jiaohe die Ruinen einer sehr beeindruckende 2000 Jahre alte Wüstenstadt besucht und die ersten Höhlen mit Buddhadarstellungen mit den Bezeklik Caves besucht. Tuyoq, ein uighurisches Bergdorf rundete unseren Ausflug ab. In Turpan sind wir dann auch mit den ersten chinesischen Reisegruppen konfrontiert worden. In der Regel läuft das Ganze folgendermaßen ab: Bus fährt vor, chinesischer Reiseführer mit Fahne steigt aus, 20-50 chinesische Touristen mit Cowboyhut oder Regenschirm steigen aus, Bezahlung der überhöhten Eintrittsgelder, Überqueren der Startlinie (Eingang), flächendeckende Dokumentation mit Foto und Film ohne Hingucken (selbst vom Parkplatz oder vom Abfahrtzeitplan eines Zuges), in den Bus einsteigen und weiterfahren. Nach 15 Minuten ist alles vorbei und nur eine Menge neuer Müll auf dem Boden spricht dafür, dass es kein Traum war. In der Nähe Turpans gibt es eine Bergkette, die Flaming Mountains genannt wird und zwar, weil sie angeblich bei Sonnenauf- und -untergang aussieht, als würde sie brennen. Nun stelle man sich eine riesige Wüste mit dieser Bergkette darin vor. Mitten in dieser Wüste zäunt nun jemand einen rechteckigen Bereich ab und verlangt 5 Euro Eintritt, um die Flaming Mountains anzuschauen, wobei sich daneben ca. 50 km Landstraße erstrecken, von wo man den gleichen Ausblick hat. Selbst unser Fahrer sagte, dass außer den Chinesen selbst niemand Geld bezahlt, um dann durch den Zaun schauen zu dürfen...
Die nächste Station führte uns nach Dunhuang zu den berühmten Mogao Grotten, den Buddhahöhlen, über Siebenhundert an der Zahl. Die ursprünglichen hölzernen Vorbauten und Vordächer wurden leider mit wenig Fingerspitzengefühl durch Betonkonstruktionen mit Metalltüren ersetzt, so dass außen nicht so Richtig Atmosphäre aufkommen mag. Glücklicherweise ließ man zumindest das Innere der Höhlen unangetastet und so kann man an erstaunlich gut erhaltenen Malereien und Figuren die Entwicklung der Kunst und des Buddhismus' über die Jahrhunderte hinweg verfolgen. Ein 35m hoher sitzender und ein 26m langer liegender Buddha sind dabei die größten Attraktionen. Leider sind nur 20 Höhlen für die Öffentlichkeit zugänglich und somit ist einige Vorstellungskraft erforderlich, um sich das Gesamtausmaß der Anlage vor Augen zu führen.
Gelbmützen in Xiahe
Tibetisches Kloster in Xiahe
Mönchstanz
Zusammenkunft
Gebetsmühle
Sandgemälde
Spielende Mönche
Mehr Gebetsmühlen
Gebetsfahnen über Xiahe
Nach der anstrengenden Nachtfahrt im Sitzen konnten wir für die Fahrt nach Lanzhou glücklicherweise wieder auf Sleepers zurückgreifen. Lanzhou hat über 3,2 Millionen Einwohner und erstreckt sich aufgrund der beengten Lage in einem schmalen Tal über viele Kilometer entlang des gelben Flusses. Lanzhou war die Stadt mit der stärksten Luftverschmutzung Chinas, bis man kurzerhand einen kompletten Berg weggesprengt hat, um die Luftzirkulation im Tal zu verbessern.
Wir haben lediglich den schnellsten Weg durch das Menschen- und Verkehrschaos vom Bahnhof zur Busstation gesucht und sind mit dem nächsten Bus nach Xiahe gefahren.
Um das Phänomen des Rudelkotzens in den Bussen verstehen zu können, ist es notwendig, sich das Essverhalten der Chinesen näher anzusehen: bevorzugtes Frühstück ist zumindest hier die Nudelsuppe. Steht die dampfende Schüssel mit vielen Nudeln, wenig Fleisch, etwas Gemüse und viel Brühe endlich auf dem Tisch, nimmt der Koöper eine derart bucklicke Haltung auf dem Plastikschemelchen an, dass Unter- und Oberlippe den Schüsselrand fest umschließen können. Dann wird der Mund geöffnet und mit unglaublich schnellen Bewegungen der Essstäbchen werden möglichst viele feste Bestandteile der Suppe in die Öffnung geschaufelt. Gleichzeitig wird tief eingeatmet, so dass ein heißer Schwall Brühe lautstark eingesaugt wird. Nach drei Wiederholungen und maximal 5 Minuten ist der halbe Liter Suppe verschwunden. Dass dabei keine Zeit zum Kauen bleibt, ist offensichtlich. Paart man dies nun mit einer kurz darauf folgenden Abfahrt des Busses, engen Serpentinen und dem gebannten Starren auf den Kriegsfilm, der auf dem Monitor im Bus läuft, kann man es niemanden zum Vorwurf machen, dass er sich ab und zu im Bus übergeben muss. Ist es ein guter Tag, ist gerade eine Plastiktüte zur Hand, ist es ein nicht so guter Tag, müssen auch mal die Abfalleimer im Gang oder noch besser nur der Gang und damit die Stoffschuhe der mitreisenden englischen Mädchen herhalten, die da ja sowieso nix zu suchen haben.
Xiahe ist unsere Entschädigung für die erst einmal entgangene Tibetreise. Der Ort gliedert sich in den östlichen chinesischen Teil, den zentralen Teil mit dem tibetischen Labrang Kloster und dessen Wohnanlagen für 2000 Mönche und in den westliche Teil, das tibetische Dorf. Der chinesische Teil besteht zur Hälfte aus Betonburgen, zur Hälfte aus einer riesigen Baustelle. Dies sollte ein wiederkehrendes Muster sein, welches wir auch in Langmusi und Songpan angetroffen haben. Alte gewachsene, schöne kleinteilige Bebauung wird niedergerissen und durch charakterlose, gleichförmige Betonbauten ersetzt. Tibeter mit Hüten, dicken runden Brillen und Stoffumhängen künden aber auch hier vom nahen Kloster.
Kloster in Langmusi
Tibetischer Tempel in Langmusi
Dachdetail
Traufdetail
Abrisstrupp in Songpan
Wir haben zwei Tage damit verbracht die einzelnen Gebäude des Klosters zu erkunden, die innere Kora mit ihren mehreren hundert Gebetsmühlen und die äußere Kora über die umliegenden grünen Berge vom tibetischen Dorf in den chinesischen Teil zurück zu laufen. Insgesamt ein sehr interessanter und beeindruckender Ort.
Eine vierstündige Busfahrt später setzt sich die Szenerie in Langmusi, einem winzigen Ort mitten in den Bergen an der Grenze von Gansu zu Sichuan fort. Hier gibt es mehr Mönche als nicht-Mönche und die Lage auf 3600m Höhe zwischen Felsen und Wolken ist wunderbar. Songpan wiederum, einige Stunden weiter Richtung Süden in Sichuan, hat uns dann eher enttäuscht, da wir leider etwa zu spät gekommen sind. Die meisten alten Holzhäuser und Läden sind bereits abgerissen und die Bautätigkeit ist in vollem Gange. Dafür war die Busfahrt durch endlose grüne Hochebenen mit unendlichen Herden von Yaks großartig. Bleibt zu hoffen, dass bei dem Bauboom in China wenigstens ein Teil Authentizität überleben wird. Trotz allem fühlen wir uns sehr wohl in China, lieben das Essen, solange wir es uns aussuchen können und haben das Gefühl nun wirklich in Asien zu sein, auch wenn der Iran bereits dazu gehörte. Wir sind im Moment in Chengdu und setzen unsere Reise von hier über Kunming, Lijang und Dali in Yunnan fort, ehe wir Ende Juli die Grenze nach Laos überqueren werden.

<< Zurück zu KirgisienWeiter zu Südchina >>

Kommentare

Thomas schrieb:

Hey Ihr Lieben!
Eigentlich ist Euer Blog ja die perfekte Abendlektüre.
Nur leider komme ich viel zu selten dazu.

Jaanz liebe Grüße in die Ferne!

Thomas

20 Juli 2010 um 11:30
Lena schrieb:

Hey ihr beiden,
Klingt ja gut, was ihr nach Turpan noch so erlebt habt. Das war echt eine Hitze! Beijing ist im Moment aber auch nicht besser... man fuehlt sich wie in der Sauna.
Es freut mich, dass China euch gefaellt. Hat die Essensliste geholfen?
Ganz liebe Gruesse (auch von Ihno) und noch viel Spass bei der Reise!
Lena

28 Juli 2010 um 02:03
Lena schrieb:

Hey ihr beiden,
Klingt ja gut, was ihr nach Turpan noch so erlebt habt. Das war echt eine Hitze! Beijing ist im Moment aber auch nicht besser... man fuehlt sich wie in der Sauna.
Es freut mich, dass China euch gefaellt. Hat die Essensliste geholfen?
Ganz liebe Gruesse (auch von Ihno) und noch viel Spass bei der Reise!
Lena

28 Juli 2010 um 02:04
Jeanot schrieb:

Hi Mädels,

meine Reise hat heute auch angefangen... schüss, macht's gut ihr Penner... tolles Gefühl...

euch noch alles Gute...

und immer schön sauber bleiben

28 Juli 2010 um 03:05
KAIundNADJA schrieb:

Hi Lena,
Ihr seid hoffentlich gut in der Heimat angekommen und erfreut Euch deutscher Rücksichtsnahme ;-)
Geniesst Eure zwei letzten Monate noch bevor es mit wieder losgeht!
Alles Liebe!

05 August 2010 um 08:36
pennyhenni schrieb:

Hey, Ihr Zwei,
liest sich wirklich wie ein Roman, Euer Blog. Wie schafft Ihr es eigentlich, nach 4 Monaten im Exil noch so druckreifes Deutsch zu schreiben?
Und da Ihr ja sicher keine SMSe empfangen könnt, hier nochmal die Info per Blog-Kommentar: Habe am SA (07.08.) mit Flo in der Butze ein gepflegtes Früh-Kölsch auf Euch getrunken. Hoffe, Ihr habt es als Voodoo-mäßiges Kribbeln in Euren Lebern gespürt...
Allet Juute in der Jurte!

09 August 2010 um 09:56

Neuer Kommentar

Dieser Artikel ist geschlossen. Keine Kommentare mehr möglich.