11 Mai 2010

Iran: Kashan, Teheran, Shiraz (Persepolis), Yazd

Sih-o-Seh Brücke
Nadja diskutiert
Salam, nachdem wir Euch aus Isfahan berichtet haben, und unsere angedeutete kulinarische Reise an einem Broilerstand endete (wir mussten im Übrigen einen ganzen nehmen und waren dementsprechend platt danach), haben wir uns wieder auf den Rückweg Richtung Teheran gemacht. Um der Blechlawine dort jedoch noch einen Tag mehr zu entgehen, sind wir in einem kleineren Städtchen namens Kashan abgestiegen und haben eine Perle entdeckt.


Unser Hauses Keller
Nadja und die Bögen
Kai und die Bögen
Hammam
Moschee in Kashan
Blick auf Smog
Blick in Smog
Smogbrot
In einem sehr alten traditionellen Lehmhofhaus, mit einem Wasserbassin in der Mitte und vielen Liegecouches im Hof, lassen wir uns nieder. Von dieser Art gibt es mehrere restaurierte Häuser, die wir alle besichtigen. Faszinierend sind die 'Windtowers', die uns in jedem Haus begegnen. Sie sorgen meistens durch 4 oder 6 Züge und abschließenden Kopf für eine natürliche Klimatisierung. Nachdem wir noch ein wunderschönes altes Hammam besichtigt hatten, gab es keine Entschuldigung mehr dafür, Teheran noch weiter zu umgehen. In vier Tagen vor Ort, ausgerüstet mit Mundschutz, ner Menge Taschentücher zum Schnäuzen, Ausdauer und Optimismus, waren wir jedoch sehr erfolgreich und haben unser Kirgisisches, Usbekisches und sogar schon das Chinesische Visum abgeholt. Erschwerend kam hinzu, dass die Regierung vor ein paar Jahren die Straßennamen geändert hat und letztes Jahr ist ihnen eingefallen, dass man die Hausnummern auch noch ändern könnte. Eine Irrfahrt durch das eh schon vollgestopfte Teheran ist also Programm, da selbst die Taxifahrer nicht die richtigen Adressen haben. Erwähnenswert ist vielleicht noch unser Besuch in der Deutschen Botschaft, bei dem wir nicht, wie sonst bei allen Botschaften bei subtilen Themen wie Visum üblich, gleich im vorderen Kabüffchen an der Straße oder mittels Türluke abgehandelt wurden, sondern aufgrund unseres Anliegens sogar mit Ausweisen versehen in ein Empfangszimmer im eigentlichen Botschaftsgebäude verfrachtet wurden und einen Botschaftsvertreter zu Gesicht bekamen. Anlass war unser durch die zahlreichen Visa geschrumpftes Kontingent an Euroscheinen, was wir hier im Iran weder durch Kreditkarte noch durch Travellerschecks auffüllen konnten. Nach einem ermüdendem und frustrierendem Tagesmarsch durch Teheran sind wir also dort gelandet und erfuhren nun den einzigen Ort in Teheran (ein Nobelhotel, natürlich wieder kilometerweit weg), wo man Cash gegen Kreditkarte bekommt. Rettung!
Das Turkmenische Visum konnten wir nun mit dem Usbekischen in der Hand auch beantragen und haben die Stadt mit einer Nachtbusfahrt ohne Wehleid verlassen. In der Hoffnung, das Turkmenische Visum in Mashad (kurz vor der Grenze) abzuholen, wollten wir uns noch ein paar schöne Tage außerhalb Teherans machen. Und da alle Iraner leuchtende Augen beim Nennen der Stadt Shiraz bekommen und meinten, dass das die schönste Stadt im Iran sei, wollten wir sie uns natürlich auch ansehen.


Spiegelkabinett
Prinzessin
Persepolis
Nadja und die Frauen
Wir hoffen, dass keiner der Iraner, dem wir diese Blogadresse gegeben haben, die deutsche Sprache beherrscht, denn wir sind durch die gesamte Stadt gelaufen, um ihrer Schönheit auf die Schliche zu kommen. Wir konnten durchaus ein paar nette Parks entdecken und ein paar Moscheen, die innen völlig mit Spiegelmosaikfliesen verkleidet sind, es ist aber keinesfalls die schönste Stadt im Iran. Wir glauben seitdem, dass der bekannte iranische Poet Hafez, den hier wohl schon jedes Kind so wie bei uns den Goethe kennt, daran Schuld ist. Er hat hier gelebt und bei einigen Schlucken Shiraz-Wein (den es leider auch nicht mehr gibt) seine Gedichte geschrieben. Für sein Grab wurde eigens ein Garten angelegt, und der Pilgerstrom am Wochenende hierher, ist amüsant zu betrachten. Wir haben den nächsten Tag also damit zugebracht, einen Tagesausflug zu den Ruinen des 2500 Jahre alten Persepolis zu unternehmen, um im Anschluss Shiraz zu verlassen.



Yazd von oben
Frauen
Yazd bei Nacht
Nun sind wir mitten in der iranischen Wüste im traumhaft schönen Yazd gelandet, welches die wahrscheinlich älteste bewohnte Stadt auf Erden sein soll. Wir wohnen mal wieder in einem alten Hofhaus, von dem es hier so viele gibt und da es hier das beste Essen gibt, was wir überhaupt auf der bisherigen Reise bekommen haben und der Internetzugang for free ist, liegen wir den ganzen Tag auf irgendwelchen Teppichen herum und essen. Anschauen könnt Ihr Euch das hier. Wir werden morgen unsere Reise nach Mashad fortsetzen und wenn es mit dem Visum klappt, bei den Turkmenen eine Stippvisite abhalten, da mehr als ein 5-Tages-Transitvisum nicht zu bekommen ist. Drückt uns die Daumen und weiterlesen, heute gibt's zwei Einträge auf einmal!
PS: Scheiß Bayern!


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Kommentare

Thomas schrieb:

Das mit den Bayern habe ich nicht übersehen Kai!

Wir holen das Trippple Schalalala!

Das mit dem Visum hat bestimmt geklappt, getreu dem Motto des "Silk-Road-Hotels".
Im übrigen: tolle Bilder!

12 Mai 2010 um 09:09
anne Kotsch schrieb:

hervorragende Bilder.Bin ich froh,daß es noch mehrere gab,die mit "DIZI" nichts anzufangen wußten.Ich hätte auf Pizza getippt (wenigstens was anständiges).Ich glaube,man kann darauf verzichten,oder?Da liebe ich doch die Thüringer Bratwurst und die Küche sowieso....
Nadja hat bestimmt mit dem Einheimischen über die Schädlichkeit des Biertrinkens diskutiert,ha,ha.
So ist die Welt: Kopftuchtragen ,ne Büchse Bier in der Hand,fehlt nur noch ne Zigarette.
Der Eintrag über die Bayern war sehr mutig,aber ganz meiner Meinung.

15 Mai 2010 um 10:28
Viola & Johann schrieb:

Hi, Ihr Lieben.
Schön dass Ihr euch sehr gut durchschlagt, die Strapazen darf man unterstellen. Ihr berichtet ja nur die schönen Sachen! Haben wir da Ringe gesehen?
Liebe Grüße und weiterhin eine gute Reise
Viola & Johann

15 Mai 2010 um 05:48
Thomas schrieb:

Wo? Wo sind die Ringe?
Habe ich etwas übersehen?
Falls es irgendwo Ringe gibt: Glückwunsch!
Das ist das Beste was Ihr machen konntet!

18 Mai 2010 um 06:46
Ulli schrieb:

Nadja scheint inzwischen eine beachtliche Auswahl an Kopftüchern erworben zu haben ;-) Passen die noch alle in den Rucksack? Das blaue steht Dir super, Nadja! Mein Favorit. Warum tragen die anderen Damen alle schwarz? Ist "Nadja wears bunt" eure Strategie, damit Kai Dich in den Massen nicht verliert?

LG Ulli

18 Mai 2010 um 10:13

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