30 April 2010

Iran: Täbris, Teheran, Isfahan

Salam!
Wir im Park in Isfahan
Bei einem kühlen alkoholfreiem Bier sitzen wir gerade in Isfahan im Park. Man hat uns gerade eine Decke geborgt und Pizza geschenkt. So geht das seit Tagen.
Girlgroup
Wir werden 100mal am Tag angesprochen und gefragt, wo wir denn herkommen oder man will uns helfen. Man zeigt uns nicht den Weg, sondern man kommt mit uns, um uns die Sachen zu zeigen. Oder man lädt uns zum Tee ein. Oder Schulklassenhorden umringen uns und fotografieren uns wie wild.
Popstar
Einzige Waffe: mit der Kamera dagegenhalten!
Täbris
Den letzten Eintrag haben wir in Täbris gemacht. Da waren wir stationiert, da wir mit Nadja mehrmals ins Krankenhaus mussten. Nach einem allergischen Schock auf Antibiotika, hat sich ihr Zustand dank einer Cortisonkur verbessert. Die dritte Packung Antibiotika hat uns jedoch in Tehran wieder ins Krankenhaus gebracht. Aber mittlerweile hat sich alles normalisiert und die Kräfte sind auch weitestgehend zurückgekehrt.
Kandovan
Den ungeplanten Aufenthalt in Täbris haben wir dazu genutzt, uns zu akklimatisieren und an die ewigen Kababs mit Reis zu gewöhnen.
Lecker Dizi !
Tatsächlich ist es schwierig etwas anderes als Fleischspieße zum Essen zu finden, wenn man dann aber über eine Dizi oder einen Haufen Auberginmousse mit irgendwas stolpert, ist es köstlich.
Bazar von Täbris
Sehenswert ist der alte Bazar, der sich über sieben Quadratkilometer erstreckt und die wenigen alten Gebäude, alle aus gelben Lehmziegeln erbaut.
Hammam
Durch Zufall sind wir über eine kleines Resto gestolpert, dass in einem alten Hammam (Bad) eingerichtet wurde. Auch hier war es schwierig sich irgendwann der Unterhaltung wieder zu entziehen und die Einladung zum Fußball auszuschlagen.
Koranmuseum in Täbris
War der Verkehr in Täbris schon gemeingefährlich, setzt Teheran nochmal eins oben drauf. Nach sieben Stunden Busfahrt sind wir in dieser Blechhölle angekommen, wo PKWs wie die Mopeds in Vietnam in Horden durch die Straßen und über rote Ampeln, Fußwege und durch Parks gedroschen werden. Hat man in Saigon irgendwann eine sichere Methode entwickelt ,unbeschadet über die Straße zu kommen, steht man hier ohne Mittel der Rücksichtlosigkeit gegenüber. Dazu kommt der fürchterliche Smog. Den Lärm kann man dagegen vernachlässigen. Wir haben die ersten frustrierenden Gänge zu den Botschaften von Usbekistan, Kirgisistan und China hinter uns.
Nochmal Dizi in Teheran
Wenn man gleich beim ersten Mal alle erforderlichen Informationen kriegen würde, wäre es immer noch nervenaufreibend. Wenn man aber stolz mit allen Unterlagen dort aufkreuzt und dann zu hören bekommt man muss noch bei einer entfernten Bank Geld auf ein Konto überweisen kann einem auch der Kragen platzen. Am besten sind die Chinesen, die statt der per Hand ausgefüllten Formulare gedruckte haben wollten. Nachdem wir fast einen ganzen Tag damit zugebracht haben irgendwo einen Acrobat Readert soweit aufzurüsten, dass wir schließlich die Anträge ausfüllen konnten, sagte man uns am nächsten Tag wir müssten die beiden Seiten doppelseitig ausdrucken! Und immer ca. 2h Anreise durch den Moloch Teheran. Andererseits haben wir natürlich auch nicht angenommen, dass alles ganz easy geht und es gibt Schlimmeres. Trotzdem wollen sie aber alle viele Touristen haben. Zumindest brauchen wir hier keine Einladungen aus dem jeweiligen Land, wie in Deutschland, sondern lediglich ein Empfehlungsschreiben unserer Botschaft. So Gott will sind unsere Visa für Usbekistan und Kirgisistan gerade in Arbeit.
Jameh Moschee
In der Zwischenzeit sind wir mit dem Bus nach Isfahan gegondelt um möglichst wieder etwas frische Luft zu bekommen und uns die „halbe Welt“ anzuschauen. Wir trödeln durch die alten Gassen des Basars, sehen uns ein paar der türkisfarbenen wirklich eindrucksvolle Moscheen an, trinken viel Tee und haben gerade diesen einen Park gefunden, in dem die Luft atmenswert ist.
Imam Square
Um uns herum liegen Familien auf Decken. Jede hat ihre eigenen Gaskocher, Riesentöpfe mit Reis und wahrscheinlich Schafseintopf, Schüsseln voller roher Zwiebeln, Kannen voller Tee und noch größere Dosen mit Zucker dabei. Wir werden diesen schönen Tag mit einer Wanderung über die vielen alten Brücken von Isfahan in das armenische Viertel fortsetzen und uns auf die Suche nach kulinarischen Abenteuern begeben.
Imam Moschee
Morgen werden wir unsere Reise nach Kashan fortsetzen, um danach vorerst nach Teheran zurückzukehren, um den Visamarathon weiter zu treiben. Uns geht’s gut und Ihr solltet nicht soviel arbeiten, also vergesst nicht, dass der erste Mai ein Feiertag ist;-)).
Im Übrigen vielen Dank für all die Geburtstagsglückwünsche! Ich freue mich, dass Ihr auch an uns denkt, wenn wir in der Ferne weilen.

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Kommentare

Kotsch schrieb:

das sind ja phantastische Bilder,man bekommt richtig Lust,die Koffer zu packen.Auch ist erfreulich,daß die Leute so nett sind.Am besten hat uns das Foto "girl-group" gefallen.Eine gute Mischung und wir fühlen uns 30 Jahre zurück versetzt.Da gab es eine Zeit,wo Nadja Kopftuch absolut nicht chic fand.
Selbst die Fotos von der Umgebung sind toll,wenn auch versmogt u.s.w.
Weiterhin beste Gesundheit und viel Erfolg bei den nächsten Grenzübertritten
Eure Sondershäuser

02 Mai 2010 um 04:56
Luzie (Luzfuz) Vohmann schrieb:

Da schließe ich mich meinen Adoptiveltern doch gleich an! ;-) Wirklich tolle Bilder und schön hier immer mal ab und an von Euch zu lesen und eine "virtuelle Pause" mit Euch zu machen.
P.S.: Nadja, wenn du in die nähe eines Skype-fähigen Computers kommst lass BITTE dein Tuch auf. Ich kann es kaum erwarten das in live zu sehen und werde mich selbstredend dann den kulturellen neuen Umständen anpassen ;-)

05 Mai 2010 um 12:19

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