16 April 2010

Ukraine: Odessa - Schwarzes Meer - Georgien: Poti - Türkei: Trabzon

Odessa
Nach den lohnenswerten Tagen in Lemberg nehmen wir den nächsten Nachtzug nach Odessa an der Schwarzmeerküste. Insgesamt verweilen wir hier 5 Tage. Jedoch eher unfreiwillig. Obwohl wir offen gegenüber Bahn, Bus und Fähre sind, und auch offen, was das Ziel sein soll, scheint es kein Wegkommen zu geben. Beinahe hätten wir uns tatsächlich auf einem vorbeifahrendem Kreuzfahrtschiff eingemietet. Doch wir finden eine Cargo-Fähre, die einmal das Schwarze Meer bis nach Poti (Georgien) in 40 Stunden durchkreuzt.
Männer beim Spielen
Bis dahin residieren wir wieder fürstlich russisch, schlendern durch eine Stadt, die vom Tourismus der Krim-Insel etwas abbekommt und deswegen ganz gut saniert wurde, verbringen ein paar Stunden am nicht ganz so attraktiven Strand und essen viel Bortsch, meist in Kantinen, die ein grosses Buffet mit manchmal ganz gut schmeckendes Essen anbieten. Highlight ist der riesige Markt, der sich über mehrere grosse Hallen erstreckt und insbesondere der Teil in dem Babushkas mit Kopftüchern alles Eingelegte von Gurken bis ganzen Kohlköpfen feilbieten.
Sonnenstrahlen
Irgendwie schaffen wir es beim richtigen Acker südlich von Odessa aus der Marschrutka zu fallen und finden tatsächlich das winzige UKR-Ferry Büro, vor dem ein paar Bauern lauern. Kaum stehen wir im Flur wird eine kleine Klappe auf Brusthöhe aufgerissen und nach einem barschen "where`s your ticket" werden wir mit einem Stempel schon wieder auf die Landstrasse geworfen. Nach einem kurzen Marsch laufen wir ins Hafengebiet, augenscheinlich als einzigste zu Fuß, während die Fahrzeuge im Wesentlichen aus vielachsigen Brummis bestehen. Beim Warten auf den Zoll lernen wir dann schon die ersten georgischen Fernfahrer kennen, die die folgenden Tage auf der Fähre mit unglaublich viel Wodka trinken und noch mehr rauchen unterhaltsam machen werden. Zum Glück haben wir erstmal gutes Wetter, wie auf dem Bild zu sehen. Am Abend des zweiten Tages können wir rudelweise Delfine beobachten, die unseren Kurs kreuzen.
So sieht ganz Poti aus
Aus den geplanten vierzig Stunden werden aufgrund von Regen und Wellengang dann zweiundsiebzig. Wir werden mit dreimal fettigem Essen am Tag und Bier bei Laune gehalten. Gefährlich wird es erst, als den Truckern der Wodka ausgeht;-) Außer uns und ihnen befinden sich noch drei Deutsche Wanderer an Bord und ein Franzose. Der Rest spricht nur Russisch oder Georgisch. Wir sind schließlich froh am Morgen des vierten Tages in Poti/Georgien von Bord zu gehen. Der erste und auch bleibende Eindruck ist eher deprimierend. Die ehemalige Sovietunion ist hier deutlich sichtbar. Wir starten mit der nächsten Marschrutka durch nach Batumi, wo es schon ein bisschen (aber nicht viel) netter aussieht. Also besteigen wir gleich den Bus nach Trabzon und lassen uns durch die Ausläuder des Kaukasus Richting Türkei schaukeln. Außerhalb der Ortschaften sieht es eigentlich ganz nett aus. Unverbaute Küste, wenn auch mit vielen Plastikflaschen. Häuschen auf Hügeln mit terrassierten Teefeldern.
Markt in Trabzon
Die Grenze zur Türkei passieren wir ohne grosse Schwierigkeiten und fahren einige Stunden an der steilen Schwarzmeerküste entlang. Die engen Gassen von Trabzon sind dicht bevölkert. Essensgerüche, Kopftücher, Fisch, Sonne und Abgase mischen sich zum türkischen Cocktail. Wir haben einiges zu erledigen hier und heute morgen haben wir es geschafft innerhalb einer halben Stunde an unsere Visa für den Iran zu kommen. Ohne Einladung, Referenznummer oder irgendwas... Juchu! Nach drei Nächten werden wir wohl die Fahrt Richtung Erzurum und Grenze zum Iran antreten. Das erste Krankenhaus von innen haben wir auch schon gesehen, um Antibiotika gegen Nadjas Mandelentzündung zu besorgen. Nachdem wir gestern den halben Fischmarkt leer gegessen haben geht`s gleich weiter beim kulinarischen Teil der Reise.

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Kommentare

Anne und Jürgen Kotsch schrieb:

Ihr werdet noch mehr solche Überraschungen erleben....In nächster Zukunft muß wohl Nadja an eine Mandel-OP denken,oder?
Wie sieht es aus mit den Sprachbarrieren?
Auf jeden Fall seid Ihr erst mal sicher vor Islandvulkanasche,wir bekommen sie morgen in Hamburg aus erster Hand zu spüren.
lg Mutti und Vati

16 April 2010 um 06:41
Jean-Marie de Crozals schrieb:

Hi Kai,

weiß gar nicht was du hast. Ist doch schon bunt aus in Poti... so ähnlich war es beim Arthur auch... viel Spaß noch beim Reisen... hier fängt langsam der Frühling an... waren heute schön Eis schlotzen...

schüss...

18 April 2010 um 07:13

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